Beraterhaftung bei Schiffsfonds

Zahlreiche Anleger in Beteiligung an geschlossenen Schiffsfonds erhalten in den letzten Wochen Post von ihren Fondsgesellschaften mit der Aufforderung neues Kapital in die Gesellschaften einzuzahlen. Als Grund hierfür wird häufig ein sich aus der wirtschaftlichen Rezession ergebener Liquiditätsengpass angeführt. Im Verborgenen bleibt jedoch meist, dass dieser sich im Wesentlichen daraus ergibt, dass die Gewinne schon in den Jahren davor nicht so üppig wie versprochen geflossen sind, zur Beruhigung der Anleger aber ordentlich ausgeschüttet wurde. Bei diesen Ausschüttungen handelte es sich so in Wahrheit nicht um Gewinne, sondern um eine Rückzahlung der von den Anlegern gezahlten Einlagen. Dies hat zur Folge, dass in dieser Höhe die Haftung des Anlegers gegenüber Gläubigern der Fondsgesellschaft auflebt, diese im Insolvenzfall vom Insolvenzverwalter vom Anleger direkt eingefordert werden kann und regelmäßig auch wird.

Da diese Beteiligungen meist im Vertrieb über Banken erworben wurden, gilt auch hier, dass der Anleger bei der von ihr vermittelten Zeichnung über die von ihr vereinnahmte Innenprovision aufzuklären war.Den Anlegern ist damit der Ausstieg aus Beteiligungen an Schiffsfonds bei Nachweis einer entsprechenden fehlerhaften Aufklärung im Rahmen der schadensersatzrechtlichen Rückabwicklung möglich. Der Anleger erhält von der Bank seinen Anlagebetrag zurück und muss im Gegenzug seine Beteiligung an diese übertragen. Ob dies auch bei Beratung und Vermittlung der Beteiligung durch freie Anlageberater gilt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Auf Nachfrage müssen dem Anleger die konkret vereinnahmten Provisionen vom Berater beziffert werden. Formulierungshilfen für ein solches Anschreiben finden Sie unter www.capital.de/musterbrief. Für nähere Informationen stehen Ihnen die Rechtsanwälte Sebastian Barta und Dr. Sebastian Geiseler-Bonse in unserem Berliner Standort gern zur Verfügung.