Archiv für Februar 2012

Deutsche Bank nimmt db Kompass Life 3 vom Markt

Die Deutsche Bank hat erklärt, sie werde den von ihr aufgelegten umstrittenen Fond db Kompass Life 3 vom Markt nehmen. Wie berichtet, wetteten die Fondsanleger auf die Lebensdauer eines ausgewählten Personenkreises. Der Ombutsmann beim Bundesverbandes deutscher Banken hatte in einem Schlichtungsverfahren erklärt, er halte das Anlagekonzept für sittenwidrig. Offenbar zieht die Bank hieraus nun die Konsequenzen und bietet den etwa 10.000 Anlegern an, ihnen die Anlagesumme komplett zurück zu zahlen. Die betroffenen Anleger sollen in den nächsten Wochen ein Schreiben von der Bank mit dem Rückkaufangebot erhalten. Das Institut will ihnen hierin anbieten, den Kapitaleinsatz komplett zu erstatten, nach Abzug der bisher erhaltenen Ausschüttungen.

Der Fonds sollte ursprünglich noch bis 2015 laufen. Zum Ende der Laufzeit hätten die Anleger wohl erhebliche Verluste erwartet. Denn die Bank soll mit veralteten Sterbetafeln gerechnet und die Lebensdauer der Referenzpersonen viel zu kurz eingeschätzt haben.

Für Rückfragen oder Auskünfte stehen Ihnen die Rechtsanwälte Sebastian Barta sowie Dr. Sebastian Geiseler-Bonse aus unserem Berliner Standort jederzeit gern zur Verfügung.

Ombudsmann beim BdB hält "db Kompass Life 3" für sittenwidrig

Der Ombutsmann beim Bundesverbandes deutscher Banken hat ein von einem Anleger gegen die Deutsche Bank eingeleitetes Schlichtungsverfahren für gescheitert erklärt. Der Anleger hatte gegenüber der Bank Schadensersatzansprüche wegen Aufklärungsverletzung geltend gemacht. Im Unterschied zu den herkömmlichen Produkten des Zweitmarkts besteht das Anlagekonzept des "db Kompass Life 3" darin, dass die Deutsche Bank in diesem Fall keine Lebensversicherungspolicen aufkaufte, sondern Zertifikate entwickelte, in die der Fonds die Mittel der Anleger investierte. Die Zertifikate basierten laut Informationsbroschüre der Bank auf einem Portfolio aus 500 Personen in den Vereinigten Staaten, die zwischen 70 und 90 Jahre alt sind. Sie sind so strukturiert, dass bei einem längeren Leben der Referenzpersonen die Bank verdient, sterben sie dagegen früh, ist das für die Fondsanleger vorteilhaft. Die Fondsanleger wetten somit auf einen frühen Tod der Referenzpersonen.

Nach Auffassung des Ombudsmanns ist für eine Entscheidung in der Sache eine grundsätzliche Rechtsfrage zu klären, sodass nach der Verfahrensordnung für das Schlichtungsverfahren er keine Entscheidung treffen kann. Vielmehr muss ein Gericht klären, ob die Wette auf die Lebensdauer eines ausgewählten Personenkreises sittenwidrig ist. Denn nach Ansicht des Ombudsmann werden durch das Anlagekonzept bestimmte Menschen instrumentalisiert, um Kapitalanlegern oder der Emittentin und den Verkäufern der Anlage eine Rendite zu verschaffen. Dies sei mit der Unantastbarkeit der menschlichen Würde kaum in Einklang zu bringen.

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