OLG Köln verurteilt Deutsche Bank wegen fehlerhafter Beratung zu Havarest-Swap

Das Oberlandesgericht Köln hat mit einem Beschluss nach § 522 ZPO die Berufung der Deutschen Bank gegen ein Urteil des Landgerichts Köln als offensichtlich unbegründet zurückgewiesen. Das Landgericht Köln hatte die Deutsche Bank zum Schadensersatz verurteilt, weil sie ihren Kunden bei der Beratung und Vermittlung eines Havarest-Swaps nicht ordnungsgemäß über ihren Interessenkonflikt als Beraterin ihres Kunden einerseits und als Vertragspartnerin des Swap-Vertrages andererseits aufgeklärt hatte.

Das Oberlandesgericht hat hieran anknüpfend seine Entscheidung wesentlich damit begründet, dass die Bank die weitere Entwicklung des "Spreads" über die Laufzeit des Swap-Vertrages nur deshalb gleichgültig sein konnte, weil sie durch die Gegengeschäfte - und durch die gewählte Strukturierung der Konditionen des Swap-Vertrages - bereits ihre Kosten gedeckt und ihren Gewinn erzielt hatte. Der auch im vorliegenden Fall vorhandene anfänglich negative Marktwert ist Ausdruck der Tatsache, dass "der Markt" das (Verlust-)Risiko des Kunden um diesen Betrag (bzw. diesen Prozentsatz) höher bewertet als das Risiko der Bank. Entscheidend ist demzufolge, dass sie sich den Vorteil (einer positiven Bewertung ihrer eigenen Chancen aus dem Swap-Geschäft) durch das "Hedging" abkaufen lässt und deshalb Vorteile daraus zieht, dass der Markt das von ihr empfohlene Produkt in der Erwartung eigener Gewinne übernimmt. Hierin liegt die konkrete Gefahr, dass sie ihre Anlageempfehlung nicht ausschließlich am Kundeninteresse ausrichtet.

Für Rückfragen oder Auskünfte zu Schadensersatzansprüchen gegen die vermittelnde Bank stehen Ihnen die Rechtsanwälte Prof. Dr. Sebastian Barta sowie Prof. Dr. Sebastian Geiseler-Bonse aus unserem Berliner Standort jederzeit gern zur Verfügung.