LG Stuttgart verurteilt Ellwanger & Geiger zu 2,5 Mio. Euro Schadensersatz

Das Landgericht Stuttgart hat das Bankhaus Ellwanger & Geiger zum Schadensersatz in Höhe von 2,5 Mio. Euro verurteilt, da dessen Mitarbeiter die Kunden bei der Empfehlung von Beteiligungen an HCI Schiffsfonds sowie HCI Renditefonds weder im Beratungsgespräch noch später vor der Zeichnung über die für die Beratung und Vermittlung der Beteiligungen von der Bank vereinnahmten Rückvergütungen aus dem Agio aufgeklärt haben. Eine Erklärung findet sich auch nicht in dem im Zusammenhang mit der Beratung übergebenen Fondsprospekt.

Ellwanger & Geiger war als Bank aber verpflichtet, ihre Kunden unabhängig von der Höhe der erhaltenen Rückvergütungen über diese insgesamt aufzuklären. Denn bei objektiver Betrachtung bestand für das Bankhaus durch die von Dritten vereinnahmten Rückvergütungen ein erheblicher Anreiz, Anlegern gerade Beteiligungen an HCI Schiffsfonds sowie HCI Renditefonds zu empfehlen, ohne dass sie dieses besondere Interesse der beratenden Bank an der Empfehlung gerade dieser Anlage erkennen konnten. Nur so werde der Kunde in die Lage zu versetzt, das Umsatzinteresse der Bank einschätzen zu können. Eine Bank ist deshalb stets verpflichtet, nicht nur die verschiedenen Provisionen offen auszuweisen, sondern auch mitzuteilen, dass und in welcher Höhe sie als beratende Bank Rückvergütungen bezieht. Beides hatte Ellwanger & Geiger versäumt, weshalb das Landgericht Stuttgart das Bankhaus im Wege des Schadensersatzes zur Rückabwicklung der gesamten gezeichneten Beteiligungen verurteilt hat.

Für Rückfragen oder Auskünfte zu Schadensersatzansprüchen stehen Ihnen die Rechtsanwälte Prof. Dr. Sebastian Barta sowie Prof. Dr. Sebastian Geiseler-Bonse aus unserem Berliner Standort jederzeit gern zur Verfügung.